Da ich oft gefragt werde, was Cranio-Sacrales Balancing eigentlich bedeutet, anbei eine kurze, allgemeine Einführung und weiterführende Informationen:
Mit den Händen hören
Der Cranio-Sacrale Impuls kann mit den Händen erspürt werden, ist aber so fein, dass ihn die meisten Menschen bei sich selber noch nicht wahrgenommen haben. Ich empfinde die Cranio-Sacrale Körperarbeit als den schnellsten und effizientesten Weg zu tiefer Entspannung und zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Sie ist eine Form des Energieausgleichs, die auf ein Mindestmaß an Manipulation reduziert ist. Dabei werden mit Hilfe sanfter, manueller Techniken der körpereigene Rhythmus harmonisiert, Blockaden gelöst und eine körperliche Reorganisation unterstützt. Der Behandelnde gibt zwar Impulse, aber er „korrigiert“ nichts sondern „begleitet“ und folgt so der inneren Weisheit des Körpers und dessen Bedürfnissen. Die Techniken sind im Gegensatz zu osteopathischen und chiropraktischen Methoden (die nur von Ärzten und Physiotherapeuten ausgeführt werden dürfen) nicht manipulativ.
Körper, Geist und Seele in Balance
Ein Cranio-Sacrales Balancing dient zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte, der „Heilung von Innen“. Die meisten Klienten sind von den minimalen Impulsen während einer Sitzung überrascht und jeder wird eine individuelle Reaktion seines Körpers erleben. Es kann sich eine tiefe Ruhe und wohlige Schwere bemerkbar machen, viele fühlen sich gelöster und entspannt.
Geschichte der Cranio-Sacralen Therapie
Die Cranio-Sacrale Therapie entwickelte sich aus der Osteopathie nach Dr. Andrew T. Still (1828-1917). In der Osteopathie wird der Körper als eine ganzheitliche Einheit aus Körper, Geist und Seele betrachtet, der über Selbstheilungskräfte und Gesunderhaltungssysteme verfügt. „Ganzheitlich“ bedeutet nicht nur den Einbezug von Seele und Geist – Begriffe, die sich nur schwer fassen lassen und doch jeden Menschen entscheidend beeinflussen – sondern auch, den Körper des Menschen nicht in seine einzelnen Organbestandteile zu zerlegen.
Leben ist Rhythmus
Dr. William Garner Sutherland (1873 – 1954), seines Zeichens Osteopath und Schüler von Dr. Still, entdeckte, dass die zerebrospinale Flüssigkeit, die das Gehirn und Rückenmark umspült, rhythmisch pulsiert. Diese feinen rhythmischen Schwingungen finden 6-12 Mal die Minute statt und können weder der aktiven Atmung noch dem Herzrhythmus zugeordnet werden. Dr. Sutherland nannte diese rhythmische Beziehung zwischen Cranium (Schädel) und Sacrum (Kreuzbein), die in abgeschwächter Form auch in allen Gelenken und Körpergeweben spürbar ist, die „primäre Atmung“ - sie wird heute als Cranio-Sacraler Impuls bezeichnet. Vergleichen kann man die Bewegungen der Rückenmarksflüssigkeit mit der Meeresbewegung bei Ebbe und Flut.
Dr. John E. Upledger, Chirurg und Osteopath, beschäftigte sich in den 70er Jahren sehr intensiv mit der Cranio-Sacralen Osteopathie und entwickelte darüber hinaus die Cranio-Sacrale Therapie.
Weiterführende Literatur
|
Aus der Mitte des Herzens lauschen
|
Hugh Milne
|
|
Auf den inneren Arzt hören
|
Dr. John E. Upledger
|
|
Osteopathie – Schmerzfrei durch sanfte Berührung
|
GU Ratgeber, Dr. Med. Siegbert Tempelhof
|